Die DJK Borussia Münster hat am Samstag ihr für 17:30 Uhr angesetztes Heimspiel in der Frauen-Oberliga gegen Blau-Weiß Ottmarsbocholt abgesagt. Die Entscheidung fiel angesichts der unklaren Sicherheitslage in Münster. Hier hat es kurz zuvor ein Attentat gegeben, Gerüchte über möglicherweise flüchtende Täter geisterten durch die Stadt und mehrere Spielerinnen waren durch die City, die sich im Ausnahmezustand befand, zur Ludwig-Erhard-Sporthalle angereist.

„In unserem Team befinden sich auch Spielerinnen, die noch nicht volljährig sind. Außerdem hat sich niemand in der Lage gefühlt, ein Punktspiel zu absolvieren“, so Michael Schmitz, 2. Vorsitzender der DJK Borussia. Er entschied daher in Rücksprache mit Teamkapitänin Karla Eichinger direkt, das Spiel abzusagen und die Halle zu räumen. „Unsere Spielerinnen waren dafür sehr dankbar, auch wenn der anwesende Oberschiedsrichter die Auffassung vertrat, etwas Ablenkung würde ihnen guttun“, so Eichinger.

Auf völliges Unverständnis stieß die Reaktion des Staffelleiters: Er verlangte am Samstag zunächst eine schriftliche Begründung für die Absage und wertete das Spiel dann am Abend mit 0:8 gegen die gastgebende Borussia, auf die jetzt zusätzlich eine saftige Ordnungsstrafe in Höhe von 375 Euro wartet. Eichinger und Schmitz: „Dies werden wir nicht weiter kommentieren: Jeder, der über ein wenig Empathie verfügt, wird sich hierzu seine eigene Meinung bilden.“